Keine Pflicht zu Rechnungsabgrenzungsposten für unwesentliche Beträge

Rechnungsabgrenzungsposten dienen der periodengerechten Gewinnermittlung. Immer
dann, wenn ein Aufwand/Ertrag und die damit verbundene Ausgabe/Einnahme in
unterschiedliche Abrechnungszeiträume fallen, ist eine Rechnungsabgrenzung
erforderlich.
Folgende vier Abgrenzungsfälle sind zu unterscheiden:
 Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit
nach diesem Tag darstellen.
 Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach
diesem Tag darstellen.
 Ausgaben nach dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit
vor diesem Tag darstellen.
 Einnahmen nach dem Abschlussstichtag, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit vor
diesem Tag darstellen.
Nach Auffassung des Finanzgerichts BadenWürttemberg kann in Fällen von geringer
Bedeutung auf den Ansatz eines Rechnungsabgrenzungspostens verzichtet werden. Das
gilt insbesondere, wenn wegen der Geringfügigkeit der in Betracht kommenden Beträge
eine Beeinträchtigung des Einblicks in die Vermögens- und Ertragslage nicht zu
befürchten ist. Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (derzeit netto 800 €) ist
Maßstab für die Frage, ob ein Fall von geringer Bedeutung vorliegt.
Der Bundesfinanzhof muss abschließend entscheiden.



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